Die Rebellion der Maddie Freeman (Awaken #1) – Katie Kacvinsky

Kacvinsky-Rebellsion der Maddie Freeman

Dieses Buch hätte der Auftakt zu einer weiteren großartigen, dystopischen Jugendbuchreihe sein können. Mir gefiel die Idee – das ganze Leben findet nur noch in einer digitalen Welt statt -, weil wir in einer Welt der Digitalisierung leben und es gar nicht so unwahrscheinlich scheint, dass so etwas bald auch Realität wird.

 

 

“You can’t stop people from being human. We’re creative, we’re social. People are like water. If you try to contain them, they find a way to break free.”

Leider gibt es einige Punkte bei der Umsetzung, die mir nicht gefallen haben und die die Geschichte unrealistisch und kitschig wirken lassen.

Maddie gerät in einen großen Konflikt, wenn es um Justin geht. Sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht: Bei ihrer Familie mit dem, was ihr Vater für die Gesellschaft erreicht hat, oder bei Justin, der sich dem System entzieht und für die wahre Offline-Welt kämpft. Leider tut Maddie eine Menge, außer Entscheidungen zu treffen. Dadurch macht die Geschichte den Eindruck, dass etwas fehlt (ok, es handelt sich um eine Reihe, aber man sollte nicht gezwungen sein, alle Bücher zu lesen, um eine (erste) Auflösung zu haben).

Maddie ist kein starker Charakter. Sie kann keine Entscheidungen treffen und auch nicht dahinter stehen. Ich konnte mich mit ihr absolut nicht identifizieren und fand sie unsympathisch. Als sie auf Justin trifft, beginnt die Liebesgeschichte den eigentlichen Konflikt zu überlagern. Ich meine, ich liebe gute Liebesgeschichten und es ist okay wenn sie die Hauptrolle übernimmt, sogar in diesem Genre – aber sie funktioniert nicht. Sie nähern sich körperlich sehr schnell an, bevor man als Leser überhaupt etwas von dem Knistern mitfühlen kann. Es ist eine dieser “Er ist so heiß”-Liebesgeschichten. Als sie von den Gefühlen des anderen wissen, ist bereits klar, dass eine Beziehung zwischen ihnen nicht funktionieren kann – Justin will es auch gar nicht erst versuchen. Oh, Romantik. Das entwickelt sich im ersten Buch leider auch nicht weiter – wer also so etwas wie ein Ende oder einen “Zwischenpunkt” braucht, ist mit diesem Buch schlecht bedient – es lässt alle Fragen offen.

Im Buch passieren außerdem eine Menge unlogischer Dinge. Zum Beispiel fährt Justin einen Mustang – in einer Welt, in der niemand noch Auto fährt. Wie soll das funktionieren (Tankstellen? Werkstätten?…)? Außerdem erfindet Justins Vater gerne Wasserfahrzeuge. Wo ist der Sinn dabei? Wasser spielt in diesem Buch keine Rolle, also warum wird dieses Element immer und immer wieder wiederholt?

Das Buch ist voller Klischees und oberflächlich. Ihr werdet keinen Grund finden, warum Maddie Justin liebt – abgesehen davon, dass er ach so heiß ist. Ihr werdet auch keinen Grund dafür finden, dass ihre rivalisierenden Eltern noch verheiratet sind. Für mich verfehlt dieses Buch völlig seinen Sinn. Ich weiß nicht, ob sich das mit den weiteren Büchern der Reihe ändern wird, aber ich werde sie nicht lesen. Dazu mangelt es hier einfach zu sehr an Komplexität, Logik und einem Sinn hinter dem ganzen.

Wer nach einer dystopischen Jugendbuch-Serie sucht, dem würde ich die Amor-Trilogie von Lauren Oliver sehr ans Herz legen – mein absoluter Favorit für die Mischung aus Dystopie und Liebe. Vielleicht wäre auch Cassia & Ky von Allie Condie eine Alternative.

Zwei Sterne – mir hat es nicht gefallen, aber die Idee ist gut und es ist schnell und leicht zu lesen.

Seiten: 380 (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-8432-1040-9

Verlag: Baumhaus (deutschsprachige Ausgabe 2012)

Buchcover ©Baumhaus Verlag

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